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Einleitung

Viele Innovationen scheitern nicht an der Technologie.

Sie scheitern daran, dass Unternehmen die tatsächlichen Probleme ihrer Kunden nicht wirklich verstehen.

Genau hier setzt Design Thinking an.

Das Konzept wurde vor allem durch Unternehmen wie IDEO und die Stanford d.school bekannt und hat sich zu einer der wichtigsten Methoden für kundenorientierte Innovation entwickelt.

Design Thinking verfolgt eine einfache, aber wirkungsvolle Idee:

👉 Innovation beginnt mit dem tiefen Verständnis der Menschen, für die eine Lösung entwickelt wird.

Im Kontext moderner B2B-Vermarktung lässt sich dieser Ansatz hervorragend mit dem Schuster-Modell der Vermarktung verbinden.

Denn auch hier steht eine zentrale Frage im Mittelpunkt:

Welche Probleme, Ziele und Motivationen haben unsere Kunden wirklich?


TL;DR – Kurzantwort

Design Thinking ist eine Innovationsmethode, die Probleme aus der Perspektive des Nutzers versteht und Lösungen iterativ entwickelt.

Im Schuster-Modell spielt dieser Ansatz eine wichtige Rolle bei:

  • Buyer Persona Analyse
  • Customer Journey Analyse
  • Entwicklung relevanter Content-Strategien
  • Aufbau überzeugender Angebote

Damit wird Design Thinking zu einer wichtigen Grundlage moderner B2B-Vermarktung.


Definition: Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist ein strukturierter Innovationsprozess, der komplexe Probleme aus der Perspektive der Nutzer analysiert und kreative Lösungen entwickelt.

Der Ansatz kombiniert drei zentrale Perspektiven:

  • Wünschbarkeit (Desirability) Was Kunden wirklich brauchen.
  • Machbarkeit (Feasibility) Was technologisch möglich ist.
  • Wirtschaftlichkeit (Viability) Was wirtschaftlich sinnvoll ist.

Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die technisch machbar, wirtschaftlich tragfähig und für Menschen wirklich relevant sind.


Der klassische Design-Thinking-Prozess

Der Prozess wird meist in fünf Phasen beschrieben.

Infografik zum Design Thinking Prozess mit den fünf Phasen Empathize, Define, Ideate, Prototype und Test.
Der Design-Thinking-Prozess erklärt: Empathize, Define, Ideate, Prototype und Test als iterative Innovationsmethode.

Der Design-Thinking-Prozess beschreibt fünf iterative Phasen der Innovation: Empathize, Define, Ideate, Prototype und Test.

1 Empathize – Nutzer verstehen

In dieser Phase versuchen Unternehmen, die Perspektive der Nutzer wirklich zu verstehen.

Typische Methoden:

  • Interviews
  • Beobachtungen
  • Kontextanalysen
  • Nutzerstudien

2 Define – Problem definieren

Die gewonnenen Erkenntnisse werden zu einer klaren Problemdefinition zusammengeführt.

Die zentrale Frage lautet:

👉 Welches Problem versuchen wir wirklich zu lösen?


3 Ideate – Ideen entwickeln

Jetzt beginnt die kreative Phase.

Teams entwickeln möglichst viele Lösungsansätze.

Typische Methoden:

  • Brainstorming
  • Perspektivwechsel
  • Szenarioentwicklung

4 Prototype – Lösungen visualisieren

Ideen werden in erste einfache Prototypen übersetzt.

Das können sein:

  • Mockups
  • Storyboards
  • Konzeptmodelle

5 Test – Lösungen testen

Die Prototypen werden mit Nutzern getestet.

Feedback hilft dabei, Lösungen zu verbessern oder neue Ideen zu entwickeln.


Design Thinking im Schuster-Modell

Viele Prinzipien des Design Thinking finden sich auch im Schuster-Modell wieder.

Der entscheidende Unterschied liegt im Fokus:

Design Thinking konzentriert sich auf Produkt- und Lösungsentwicklung.

Das Schuster-Modell erweitert diese Perspektive auf Marketing, Vertrieb und Vermarktung.


1 Nutzerverständnis → Buyer Persona

Design Thinking beginnt mit Empathie.

Im Schuster-Modell findet diese Analyse in der Buyer Persona Profilierung statt.

Hier werden unter anderem analysiert:

  • aktuelle Situation
  • Probleme
  • Ziele
  • Motivationen
  • Entscheidungslogiken

Diese Analyse erfolgt im CRIB-Modell:

  • Current Situation
  • Resultierende Probleme
  • Implikationen
  • Benefits

2 Problemdefinition → GAP+ Analyse

Nachdem Probleme verstanden wurden, folgt im Schuster-Modell die GAP+ Analyse.

Hier werden zentrale Fragen beantwortet:

  • Welchen Idealzustand strebt die Persona an?
  • Welche Lösung ermöglicht diesen Zustand?
  • Welche Veränderungen sind notwendig?
  • Wie unterstützen wir diese Transformation?

Damit entsteht eine klare Verbindung zwischen Problem, Lösung und Nutzenversprechen.


3 Lösungen entwickeln → Angebot und Botschaften

Design Thinking erzeugt Ideen für Lösungen.

Im Schuster-Modell fließen diese Erkenntnisse in:

  • Angebotsentwicklung
  • Positionierung
  • Messaging
  • Content-Strategie

Die zentrale Frage lautet:

👉 Wie kommunizieren wir unsere Lösung so, dass sie für die Persona wirklich relevant ist?


4 Testen → Lean Startup

Design Thinking wird häufig mit Lean Startup kombiniert.

Während Design Thinking Ideen entwickelt, hilft Lean Startup dabei, diese Ideen systematisch zu testen.

Die Schleife lautet:

Build → Measure → Learn

Auch im Schuster-Modell spielen solche iterativen Lernprozesse eine wichtige Rolle.

Zum Beispiel bei:

  • Content-Tests
  • Kampagnenoptimierung
  • Lead-Nurturing-Strategien

Verbindung zu anderen Managementmodellen

Design Thinking steht nicht isoliert.

Es verbindet sich mit mehreren anderen Konzepten deiner Artikelserie:

Jobs to be Done

→ erklärt die eigentlichen Probleme der Kunden

Lean Startup

→ testet Lösungen schnell im Markt

Customer Development

→ validiert Kundenprobleme

Crossing the Chasm

→ hilft Innovationen in den Massenmarkt zu bringen

Infografik zum Innovationsprozess mit Jobs to be Done, Design Thinking und Lean Startup Build Measure Learn.
Wie Jobs to be Done, Design Thinking und Lean Startup zusammenwirken, um erfolgreiche Innovationen zu entwickeln.

Jobs to be Done, Design Thinking und Lean Startup bilden gemeinsam einen modernen Innovationsprozess: Probleme verstehen, Lösungen entwickeln und Ideen im Markt testen.Gemeinsam bilden diese Modelle ein System moderner Innovation.


Praxisbeispiel

Ein typisches Beispiel aus Projekten mit Technologieunternehmen:

Ein Unternehmen entwickelt eine technisch sehr leistungsfähige Softwarelösung.

Die Funktionen sind umfangreich und innovativ.

Trotzdem bleibt die Marktnachfrage begrenzt.

Erst durch Interviews mit Kunden wird klar:

Das eigentliche Problem der Zielgruppe ist nicht die Technologie – sondern die Integration in bestehende Prozesse.

Daraufhin wird das Angebot angepasst:

  • klare Implementierungsstrategie
  • branchenspezifische Lösungen
  • einfachere Einführung

Plötzlich steigt die Nachfrage deutlich.


Fazit

Design Thinking gehört zu den wichtigsten Methoden moderner Innovation.

Die zentrale Erkenntnis lautet:

👉 Innovation beginnt mit dem Verständnis der Menschen.

Im Schuster-Modell wird dieser Gedanke erweitert.

Die Analyse der Kundenrealität bildet die Grundlage für:

  • Angebotsentwicklung
  • Marketingstrategie
  • Content-Strategie
  • Vertriebsprozesse

Oder anders formuliert:

👉 Erfolgreiche Vermarktung beginnt nicht mit dem Produkt – sondern mit dem Problem des Kunden.


FAQ – Design Thinking im B2B

Was ist Design Thinking?

Eine Innovationsmethode, die Probleme aus der Perspektive der Nutzer versteht und Lösungen iterativ entwickelt.

Warum ist Design Thinking für Marketing relevant?

Weil es hilft, Kundenprobleme besser zu verstehen und Angebote darauf auszurichten.

Welche Rolle spielt Design Thinking im Schuster-Modell?

Es unterstützt vor allem die Buyer Persona Analyse und die Entwicklung relevanter Angebote.

Mehr zum Thema in mein Buch „Digitalisierung in Marketing und Vertrieb“

https://www.strike2.de/angebote/buecher-hoerbuecher/digitalisierung-im-marketing-und-vertrieb

und hier:

From Cold to Close – Warum Unternehmen den gesamten Kaufprozess verstehen und orchestrieren müssen

Modernes Bestandskundenmanagement im B2B: Der strategische Leitfaden für Repeat-, Cross- und Up-Selling

Lead Management im B2B: Strategie, Prozesse und Systeme für planbare Nachfrage

Marketing Automation im B2B: Strategie, Canvas und erfolgreiche Implementierung

Moderne B2B Vermarktung: Marketing und Vertrieb in Zeiten der Digitalisierung

Managementmodelle neu gedacht: Was bekannte Business-Konzepte mit dem Schuster-Modell zu tun haben